Pressemitteilung:

Riedstadt, 27. November 2017
Barrierefreiheit

Barrierefreier Ausbau Bahnhof Goddelau: Planfeststellungsverfahren erforderlich

Gerald Kummer: „Abstimmungen zwischen Akteuren zielführend gestalten“

Neue Informationen zum Planfeststellungsverfahren zum barrierefreien Ausbau des Bahnhofs Riedstadt-Goddelau (S 7) hat der Landtagsabgeordnete Gerald Kummer (SPD) in einem Gespräch mit Vertretern des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung eingeholt:

Wesentliches Ergebnis der bereits erfolgten Gespräche zwischen dem Ministerium und der für die Fachplanung und –Umsetzung zuständigen DB Station&Service AG sei die Feststellung, dass aufgrund des entstehenden Baulärms und der geringfügig steigenden Lärmpegel im Aus-bauzustand ein Planfeststellungsverfahren für den Ausbau erforderlich sei. So müsse beispielsweise eine Lärmschutzwand versetzt werden.

Der Plan des Ministeriums sehe den Abschluss der Entwurfs- und Genehmigungsplanung für Januar 2018 vor. Das Planfeststellungsverfahren solle sich unmittelbar (Februar 2018) anschließen. Der Beschluss zur Planfeststellung solle im Juli 2019 erfolgen, Ausschreibung und Vergabe der Bauleistungen im Sommer 2019. Der eigentliche Baubeginn an Ort und Stelle wäre zirka ab April 2020 möglich, so die Auskunft aus dem Landesministerium.

Es seien Sperrungen der Gleise (sog. „Sperrpausen“) erforderlich, die in das Konzept zur Bündelung von Baumaßnahmen („Integrierte Bündelung“) eingepasst werden müssten. „Die Arbeiten haben erhebliche Auswirkungen auf den Betrieb der ohnehin übervollen Riedbahnstrecke“, ist sich Gerald Kummer mit dem Ministerium in dessen Einschätzung einig. Hoffnung auf eine Beschleunigung des Verfahrens mache das Ministerium nicht: Aus Sicht der DB Station & Service AG seien durch die Maßnahme weitere Anpassungen, beispielsweise im Bereich der Leit- und Sicherungstechnik (Versetzen eines Signals) sowie der Oberleitungs- und Telekommunikationsanlagen erforderlich – wofür wiederum Einschränkungen des Betriebs mit Sperrpausen notwendig seien.

„Trotzdem: Wir sind einen großen Schritt weiter. Bislang war der Zeit-rahmen völlig unklar“, erklärt der Landtagsabgeordnete, „aber zumindest herrscht jetzt etwas mehr Licht im Dunkeln.“ Unabhängig von den vorliegenden Fakten hält es Gerald Kummer für skandalös, dass der barrierefreie Ausbau des Goddelauer Bahnhofs, der schließlich Endhalt der S 7 und der zentrale Umstiegt in den lokalen Busverkehr sei, so lange Zeit dauere: „Die Diskussionen dauern jetzt bereits seit Anfang der 2000er Jahre. Menschen mit Behinderung können die S-Bahn nach Goddelau nicht nutzen. Das ist unerträglich. Richtig gelebte Inklusion sieht anders aus“. Daher gelte es nun, die Abstimmungen zwischen Land, Bahn und Stadt Riedstadt so konstruktiv, effizient und zielführend wie möglich zu gestalten. „Das sind alle Akteure in Verwaltung und Politik den Bürgerinnen und Bürgern schuldig.“

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